„Was hat die Spinnerin
jetzt wieder vor?!“
„Was hat die Spinnerin jetzt wieder vor?!“
In der „Sprache der Norm-alen“ formuliert bin ich gelernte Winzermeisterin, Gutsleiterin, Unternehmerin.
Ich habe mein ganzes Leben vor allem eins gemacht:
Potentiale aufdecken,
so dass unterschätzte Charakterköpfe im Beruf ankommen können.
Jeder noch so ungewöhnliche Hintern darf seinen passenden Hocker finden.
Ich nutze Intuition gegen Grübeln und Dilemmas, doch wenn es um Zahlen und Fakten geht, dann ist Analyse und Strategie das Mittel meiner Wahl.
Ich komme aus dem bodenständigen Unternehmertum, mit 23 Jahren habe ich mich als landwirtschaftliche Unternehmerin im Weinbau selbständig gemacht, mit 39 habe ich mein Unternehmen für gutes Geld an einen Konkurrenten verkauft.
Umsatzgenerierung, Wachstum, Marketing und Mitarbeiterführung waren stets meine Hauptaufgaben.
Auch wenn ich lange in der Landwirtschaft gearbeitet habe: Ich bin kein Pflanzen- und Naturmensch. Ich bin Menschenfreund in Teilzeit: Entweder voll auf Empfang, oder voll im Rückzug – und nicht immer schnell genug im Switchen.
Meine Menschen sind die „komischen“ Schnelldenker und Dranbleiber, jene, die vielleicht mal vom Weg abkommen, nicht aber vom Ziel. Jene, deren Hintern nicht auf jeden 08/15 Stuhl passen.
Deshalb verkaufe ich keine Stühle,
sondern Werkzeug, um Stühle anzupassen.
Ein Lebenslauf,
der nach Dickkopf riecht.
Ich habe trotz guter Noten „freiwillig“ die fünfte Klasse wiederholt. Ich was „zu verträumt“, „für mein Alter geistig zurückgeblieben“. Das zumindest sind die Worte, die in meinem Gedächtnis haften geblieben sind.
Rückblickend denke ich, ich war einfach nur anders.
War es gut, dass ich wiederholen musste? Ja, schon, ich wurde den Lehrer los, ein Lehrer, der sich offen darüber lustig machte, wie dumm ich doch sei.
Nachdem ich 30 Jahre lang dachte, dass alle außer mir denken, ich sei dumm, hat dem eine Psychotherapeutin nicht nur widersprochen, sie hat auch einen IQ-Test durchgeführt, mit dem sie diese Aussage ein für alle Mal widerlegt hat. Meine Mensamitgliedschaft macht mir seither viel Spaß. Das war der Startschuss, mein Anders-Ticken nicht nur zu entdecken, sondern auch nach und nach zu lernen, dass ich nicht vorwärtskomme, wenn ich mich ihm entgegenstelle.
Ich bin seit meinem 23sten Lebensjahr Vollzeit selbständig. Davor war ich Teilzeit selbständig neben einer Vollzeit-Ausbildung. Immer wieder habe ich Jobs angenommen, Teilzeit oder befristet. Aber mein Herz liegt auf meiner Zunge und meine kritischen Fragen oder eigensinnigen Ideen von Werten und Gerechtigkeit haben nicht immer gefallen. Ich arbeite immer für die Idee, nie für das Unternehmen oder den Chef.
Ich bin gesichtsblind. Ich kann mir keine Gesichter merken. Wenn ich dich in Mittelalterklamotten kennengelernt habe, werde ich dich nicht wiedererkennen, wenn ich dich in normalen Kleidern wiedersehen. Sobald ich dich wiedererkannt habe, werde ich dir aber unzählige Einzelheiten aus unserem Gespräch erzählen können.
Mag sein, dass ich nicht normal bin.
Aber will ich das denn überhaupt?
Vor vielen Jahren habe ich bei einer Stiftung angefragt, ob die mir eine Bankgarantie für die Ausbaupläne meines Unternehmens im Weinbau geben würden. Der Antrag wurde abgelehnt. Ich sprach mit dem Verantwortlichen über die Gründe. Er meinte, die jährliche deutlich 6-stellige Erhöhung meines Umsatzes würde der Markt nicht hergeben. Ich habe ihm geantwortet, dass ich ihm schon beweisen könne, dass der Markt das hergibt, das Problem ist nur: Wenn ich die prognostizierte Menge an Umsatz im Winter generiere, dann muss ich bis spätestens zum Frühjahr die Finanzierung unter Dach und Fach bringen, sonst muss ich die Verträge stornieren und die daraus resultierenden Kosten tragen.
Ich fragte: Wenn ich bis in einem Jahr den Beweis in Form von unterschriebenen, verpflichtenden Verträgen erbringe, kriege ich dann die Bankgarantie? Er bejahte klar. 9 Monate später legte ich eine neue Finanzierungsanfrage mit ausreichend frisch unterschriebenen Verträgen vor. Die Stiftung garantierte den Kredit.
Erst viel später habe ich mich gefragt, was passiert wäre, wenn ich ein Jahr später nicht mehr den gleichen Mitarbeiter angetroffen hätte. Doch meine Intuition hatte mich nicht getäuscht. Ich weiß bis heute nicht, warum er das für mich getan hat. Es hat wahrscheinlich etwas mit seinem und meinem WARUM zu tun.
Alles was ich geschaffen habe, existiert noch, bis auf jene Projekte, die aus der Einsamkeit oder der Langweile heraus geboren waren. Wenn ich aus diesen Motivationen heraus handle, will ich weg von etwas.
Eines dieser abgebrochenen Projekte war ein Holzwohnwagen oder „Tiny House On Wheels“, das ich selbst ausgebaut habe, um damit ein Leben als digitale Nomadin zu starten. Nach sechs Monaten war ich wieder sesshaft und das schwere Ungestüm stand zum Verkauf.
Meine Werte
Optimismus dient der Motivation, Pessimismus der Vorsicht. Beide haben ihren Platz.
Ich mag es, wenn du nicht meiner Meinung bist. Solange wir auf den gleichen Werten aufbauen. Doch mit faktenfernen Versuchen, die Quadratur des Kreises zu schaffen, ist nicht mein Ding. Ich mag Warum-Frager. Ja-Aber-Sager sind was anderes…
Was gut ist, ist aber nicht nur individuell, sondern auch situationsabhängig. Allgemeingültige Mindsetregeln stehen dir öfters im Weg, als dass sie dir helfen.
Nimm dich vor Selbstoptimierung in acht. Sie kostet dich nicht nur Kraft, sondern kann dich auch vom Umsetzen abhalten. Du bist gut genug. Vielleicht fehlt noch eine Ausbildung oder eine Fähigkeit für deinen Erfolg, doch da geht es um Werkzeug und nicht um die Hand, die dieses führt.
Jedes Projekt fußt in der Realität. Du kannst nichts in dein Leben ziehen, was es nicht gibt. Urteile nicht über die Leistung anderer, denn du steckst nicht in ihren Schuhen. Vieles ist möglich, aber nicht für jeden gleichermaßen.
Die Wahrheit ist ein kompliziertes Thema. Fakten unterliegen nicht der individuellen Sichtweise. Alles andere hingegen schon.
Wollen wir mal unverbindlich reden?
ZDF
1977 Geburt in Olten, Schweiz
1998 Matura und Umzug in die französischsprachige Schweiz
2001 Gründung erstes Unternehmen als landwirtschaftliche Start-up
2001 Abschluss Höhere Fachschule für Weinbau
2006 Unternehmen dem Ex-Mann geschenkt
2007 Gründung zweites Unternehmen, GmbH (Startkapital: Ein Auto und ein Autoanhänger)
2009 Meisterprüfung
Branchenpolitik, Prüfungsexpertin, Beratung für nachhaltige Entwicklung in der Landw.
2017 Verkauf des Unternehmens an Konkurrenten
2018/19 Reisen, Weiterbildung, Löffelliste
2020 Gründung drittes Unternehmen „berufliches Coaching für Warum-Frager“ in Deutschland
seit 1998 finanziell auf eigenen Beinen